TULPAN

  • Film DVD
  • deutsch + kasachisch
    98 Min.
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    Originaltitel: Tulpan
    Regie: Sergey Dvortsevoy
    Musik:  
    Darsteller: Askhat Kuchinchirekov, Tulepbergen Baisakalov, Samal Yeslyamova, Ondasyn Besikbasov, Bereke Turganbayev, Nurzhigit Zhapabuyev
    Kasachstan 2008

    TULPAN

    Seefahrer Asa kehrt zurück in die kasachische Steppe, wo seine Schwester Samal mit ihrem Mann Ondas und den Kindern wohnt. Asa erzählt den Schafhirten von seinen Erlebnissen als Matrose der russischen Marine auf den Meeren. In der Welt der Viehzüchter nützt ihm sein Wissen über die Ozeantiere nicht viel. Was er jetzt braucht, ist eine Ehefrau.
    Von den Familienoberhäuptern ist des schnell abgemacht, daß die junge Tulpan mit Asa verheiratet werden soll. Tulpan aber lehnt ab. Asa gefällt ihr nicht. Er habe zu große abstehende Ohren, läßt sie ihm schnippisch bestellen. Außerdem hat das kluge Mädchen andere Pläne für ihr Leben, als die Frau eines Schafhirten zu werden. Sie möchte in die Stadt gehen und studieren.
    Nun steckt Asa in einem Dilemma. Um anderswo in der Steppe eine Frau zu finden, muß er eine eigene Viehherde besitzen. Und eine Herde kriegt er nur, wenn er verheiratet ist!
    Ondas ist es bald leid, in seiner Jurte den Schwager auszuhalten, der die schwere Arbeit mit den Tieren nicht schafft. Er läßt keine Gelegenheit aus, den ungeliebten Schwager herabzuwürdigen, obwohl sich Asa alle Mühe gibt, mitzuhelfen und ein tüchtiger Hirte zu werden. Ondas hat noch ganz andere Sorgen. In der Herde bahnt sich eine Katastrophe an. Die Lämmer sterben weg.
    Asa läßt nicht locker. Er umwirbt weiter die geheimnisvolle Tulpan, die sich ihm nicht mal zeigen will. Er träumt nicht nur von einer Herde, auch von einer eigenen Jurte - mit Strom und Satellitenfernsehen!

    Filme aus der zentralasiatischen Steppe haben immer ihren besonderen Reiz. Die ungeheuere Weite dieser flachen, kargen Landschaft gibt den Menschen eine fast magnetische Bodenhaftung und zugleich einen steten Bewegungsdrang.
    Mit ihren Viehherden ziehen die Nomadenfamilien über das Land. Jede Hand muß mitarbeiten. Dann und wann kreuzt der geschwätzige Boni in seinem Lastwagen vorbei, der Waren aus der Stadt bringt. Die transportable Behausung beherbergt alle unter einem Zeltdach. In halbdokumentarischer Weise riskiert die Kamera intime Blicke in das gemeinsame Nachtlager der ganzen Familie. Die Kinder wachsen direkt in das einfache Hirtenleben hinein. Der lebhafte kleine Nuka hat viel Auslauf. Während der Knirps unermüdlich herumturnt und mit seiner Schildkröte spielt, zieht sich sein älterer Bruder Beke in einen stillen Winkel zurück, um die Nachrichten im Radio zu hören, die er danach aus dem Gedächtnis Wort für Wort dem neugierigen Vater vorspricht.
    Der Rest der Welt ist weit weg. In der Steppe sind die Prioritäten klar: Ohne Familie geht gar nichts. Deshalb ist es so existentiell, daß Asa eine Frau findet. Das Brautwerben ist hier eine ganz profane Angelegenheit. Daher ist es für die Männer unerwartet, daß Tulpan so zickt. Immerhin stehen die Ohren von Prinz Charles noch mehr ab als die von Asa, wie man beim Vergleich mit einem Zeitungsfoto feststellt. Tulpan selbst bleibt so unsichtbar wie der Wind. Sie, um die sich alles dreht, ist im Film gar nicht zu sehen. Das macht auch nichts. Die Bilder von der Steppe und den Tieren und von der mühevollen Geburt eines Lamms sind ohnehin interessanter. (Pino DiNocchio)


    684759 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Mehrsprachige OF (Kasachisch, Russisch)
    Untertitel: D, F
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover


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